Aufbau Fundament

Das Fundament bildet die Verankerung der Windkraftanlage im Erdreich. Das Fundament ist abhängig von den meteorologischen und betrieblichen Belastungen die auf die Windkraftanlage einwirken, deren Größe sowie der örtlichen Beschaffenheit des Untergrundes. Es wird in Abhängigkeit von der Festigkeit des Bodens entweder eine Flach- oder Tiefgründung des Fundaments verwendet.


Flachfundamente werden überall dort eingesetzt, wo ein tragfähiger Baugrund vorhanden ist. Sie bestehen aus Stahlbeton (Größenordnung 300m3) und werden vor Ort gegossen. Ein in das Fundament eingearbeiteter Ankerkäfig mit Bolzen bzw. ein so genanntes Fundamenteinbauteil stellt die Verbindung zwischen Fundament und dem darauf montierten Turm dar.
Aufbau: Auf eine ebene und verdichtete Sohle wird eine 10 cm starke Sauberkeitsschichte aufgebracht. Anschließend wird die untere und obere Bewehrungslage eingebracht. Die Erdung und Kabelschutzrohre für die spätere Zuführung der Kabel verläuft zwischen den beiden Bewehrungslagen und wird bis in die Mitte zur Fundamentsektion geführt. Das anschließende Ausrichten der Fundamentsektion (10t und mehr) muss mit einer Genauigkeitvon ± 2 mm erfolgen.

Anlagenbeispiel mit Flachgründung:

Anlage Enercon E66
Turmhöhe 66m
Abmaße Fundamentplatte

DM 14m
Höhe 2,2m

Betonqualität

B 250


Tiefgründung bzw. Pfahlfundament:
Bei besonders weichem Baugrund (z. B. in Mooren) werden so genannte Tiefgründungen bzw. Pfahlfundamente eingesetzt. Dabei werden ein oder mehrere vorgefertigte Stahlbetonpfähle mittels einer Ramme tief in den Baugrund eingebracht und anschließend mit einer Stahlbetonplatte an der Oberseite verbunden, auf die dann der Turm der Windkraftanlage montiert wird.


Sonderlösungen bei nicht tragfestem Boden:

Die Bodenkennwerte des Untergrundes der Fundamente können ggf. durch eine dynamische Intensivverdichtung deutlich verbessert werden. Aus 20 m Fallhöhe wird dabei mit einem Stahlklotz von 25 t Gewicht Kies nach einem vorgegebenen Raster in den Boden gestampft. Auf diese Weise entstand ein ausreichend tragfester, mit Kies durchsetzter Bereich im Untergrund.
Da ungleichmäßige Setzungsbewegungen eines lockeren Untergrundes (zB Müllberges) trotzdem zu einer Schiefstellung der WKA führen könnte, werden Sicherungsfundamente eingebaut, von denen aus die gesamte Fundamentplatte mit hydraulischen Pressen wieder ausgerichtet werden kann.
 


Quellen:
Stadtwerke München GmbH: Windkraftanlage Fröttmaning
FH Kiel; VFH Altenholz: Hochschulübergreifende Projektarbeit „Windkraft“
Tauernwindpark: Projektbeschreibung